Parodontologie

Parodontologie

Die Parodontologie beschäftigt sich mit den Strukturen, die den Zahn umgeben (para = um, odont = Zahn). Die Parodontitis ist eine Infektionserkrankung. Bakterien können Entzündungsreaktionen auslösen und unterhalten. Als Folge der Entzündung wird Kieferknochen zerstört, wodurch es bei fortgeschrittener Erkrankung zu Zahnverlust kommen kann. Seltene und aggressive Formen der Erkrankung führen auch schon bei jungen Erwachsenen zu Zahnverlusten.

Die Parodontitis beginnt mit einer Zahnfleischentzündung, der sogenannten Gingivitis. Im weiteren Verlauf greift die Entzündung dann auf den Zahnhalteapparat über und zeigt zunächst oft sehr unspezifische Symptome. Am häufigsten bemerkt der Patient blutendes Zahnfleisch. Aber auch Mundgeruch, eine Änderung der Zahnstellung, gelockerte oder auch länger werdende Zähne sowie Schmerzen können weitere Symptome für eine Parodontitis sein.

Stellen Sie solche Symptome bei sich fest, ist Vorsicht geboten: Eine unbehandelte Parodontitis geht mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für Herzerkrankungen, Diabetes und Risikoschwangerschaften einher. Raucher erkranken deutlich häufiger an einer Parodontitis als Nichtraucher und sprechen auch wesentlich schlechter auf die Behandlung an. Generell steht und fällt der Erfolg einer Parodontitis-Therapie mit der konsequenten Durchführung und der lebenslangen Mitarbeit des Patienten!

Zunächst erfolgt die Hygienephase, deren wichtigstes Ziel die Infektionskontrolle ist:

Um eine optimale Mundpflege betreiben zu können, müssen im Vorfeld alle „Schmutznischen“ im Mund beseitigt werden. Dazu gehören überstehende Kronenränder, undichte Füllungen, schwer zu pflegende Weisheitszähne und Zähne, die nicht mehr erhaltungsfähig sind.

Im Rahmen der parodontalen Vorbehandlung werden alle erreichbaren weichen Beläge und Auflagerungen entfernt. Der Patient wird für den richtigen Umgang mit verschiedenen Reinigungsinstrumenten geschult.

Die anschließende Parodontalbehandlung erfolgt meist an zwei aufeinander folgenden Tagen unter örtlicher Betäubung. Hierbei werden die unter dem Zahnfleisch liegenden Wurzelflächen gereinigt und anschließend geglättet.

In seltenen, schweren Fällen wird die Behandlung durch ein Antibiotikum unterstützt.

Eine Woche nach der Parodontalbehandlung wird der Heilungsverlauf kontrolliert.

 

 

Parodontologie

An diese Phase der Parodontalbehandlung schließt die Reevaluation und UPT (Unterstützende Parodontitis Therapie) an:

Etwa 6 Wochen nach der Parodontaltherapie erfolgt eine weitere Kontrolle. Es werden erneut die Taschentiefen gemessen, die Entzündungsparameter bestimmt und anschließend mit dem Ausgangsbefund verglichen.

In diesem Termin wird dann über den weiteren Therapieverlauf entschieden und die Mitarbeit des Patienten eingeschätzt. Außerdem erfolgt in dieser Sitzung die erste „Unterstützende Parodontitis Therapie“ und die Festlegung des individuellen Recallintervalls für den Patienten.

Wenn die Parodontalbehandlung nicht oder nur unzureichend zum Erfolg geführt hat, wird die Parodontalchirurgie notwendig:

Unter ganz bestimmten Voraussetzungen und bei sehr guter Mitarbeit des Patienten ist es heute möglich, verloren gegangene Strukturen des Zahnhalteapparates wieder zu regenerieren. So können auch „Schäden“, die durch die Entzündung entstanden sind (z.B. freiliegende Zahnhälse), durch parodontalchirurgische Maßnahmen korrigiert werden.

Voraussetzung für diese Therapieverfahren ist immer die vorangegangene Infektionskontrolle und eine optimale Mitarbeit des Patienten.

Die „Unterstützende Parodontitis Therapie“ (UPT) wird durch speziell geschultes Personal in enger Zusammenarbeit mit dem behandelnden Zahnarzt durchgeführt.

Bei dieser Therapieform findet eine regelmäßige Überwachung des Entzündungszustandes statt, so dass bei einem „Rückfall“ oder einer Verschlechterung sofort eingegriffen werden kann.

Der Behandlungserfolg steht und fällt mit der konsequenten UPT!